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Roth: avisierte Verlegung von "Christoph Nürnberg" weiter unklar

19.08.2012

Roth (BAY) ::  Am 30. Mai 2012 hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Oberbürgermeister und Landräte aus dem Raum westliches Mittelfranken und Nordschwaben zu einem Gespräch nach München eingeladen und ihnen vorgeschlagen, den am Flughafen Nürnberg stationierten Intensivtransporthubschrauber "Christoph Nürnberg" für einen Probebetrieb nach Roth zu verlegen und dort im so genannten Dual-Use-Betrieb einzusetzen. Dadurch solle die Versorgung der Bevölkerung in Nordschwaben und im südwestlichen Mittelfranken mit Leistungen der Luftrettung verbessert werden - quasi eine Ausgleichsleistung für die politische Entscheidung, den 14. bayerischen RTH am Klinikum Augsburg zu stationieren. Beginnen solle der einjährige Testversuch, so Herrmann im anschließenden Pressegespräch, bereits im Januar 2013. Als Standort eigne sich laut Innenminister Herrmann die Otto-Lilienthal-Kaserne, wo bereits die Bayerische Polizeihubschrauberstaffel stationiert ist.

Bei einem Überraschungsbesuch Herrmanns in Roth anlässlich des seit längerem geplanten Antrittsbesuchs des Bundesverteidigungsministers Thomas de Maizière bei den dortigen Heeresfliegern im Juni deutete Herrmann die Möglichkeit einer Public-Private-Partnership beim Bau eines neuen Hangars an. Diese einmalige Möglichkeit ergebe sich, weil im Jahr 2014 die Heeresflieger, die von 1974 bis 1998 den SAR-Hubschrauber "SAR 74" fliegerisch besetzten, den Bundeswehr-Standort Roth verließen und auch die dort stationierten Bo 105 PAH dann abzögen. Denn auch die eigentlich vorgesehene Stationierung von Tiger-Kampfhubschraubern auf dem weiträumigen Gelände habe sich zerschlagen, wie Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière kürzlich bei einem Truppenbesuch im hessischen Fritzlar mitteilen ließ.

Nach Auswertung des Probebetriebs werde über eine permanente Stationierung des ITH bzw. das Einrichten eines weiteren, dann 15. bayerischen Luftrettungsstützpunktes entschieden. Vorausgegangen waren dem Informationsaustausch vom 30. Mai zum Teil heftigste Diskussionen in den betroffenen Regionen über die Entscheidung der Landesregierung pro Augsburg - und damit gegen eine Stationierung des neuen RTH im Raum Dinkelsbühl/Donauwörth. rth.info berichtete mehrfach.

In den Foren der Lokalzeitungen und der Fachpresse wurde zudem im Nachgang der Veranstaltung darüber diskutiert, ob es sinnvoll sei, einen sehr gut ausgelasteten Intensivtransporthubschrauber, der bayernweit eingesetzt werde und darüber hinaus auch im In- und Ausland dringende Intensivverlegungen durchführe, zu verlegen und (auch) als primäres Rettungsmittel einzusetzen. Die zu erwartende häufige Abwesenheit führe zu keiner Verbesserung der notärztlichen Unterversorgung in der Region.

Auch die scheidende Landtagsabgeordnete Renate Ackermann von den Grünen sieht Herrmanns Vorstoß als "Luftnummer" mit dem Ziel, sich in die nächste Legislaturperiode hinüberzuretten, wie sie jüngst auf ihrer Website verlautbaren ließ. Auch Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (SPD) hat Innenminister Herrmann gebeten, vor einer Entscheidung über die probeweise Standortverlagerung zu prüfen, welche Auswirkungen sich hieraus insbesondere auf die Versorgung der Bevölkerung in Nürnberg und im nördlichen Großraum Nürnbergs mit Leistungen der Luftrettung ergeben würden.

Der Pressesprecher des Bayerischen Staatsministeriums des Innern teilte auf Anfrage von rth.info am 13. August u. a. Folgendes hierzu mit: "Die Prüfung des Innenministeriums, ob und wie die probeweise Verlagerung des Intensivtransporthubschraubers Christoph Nürnberg vom Flughafen Nürnberg nach Roth realisiert werden kann, dauert noch an. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus dem laufenden Verfahren keine Informationen veröffentlichen können." Aus sicherer Quelle erfuhr rth.info, dass zu den Optionen auch die Verlegung des RTH "Christoph 27" nach Roth gehören solle, wenn zeitgleich der seit 1. April 2011 in Weiden stationierte RTH "Christoph 80" mit einer Rettungswinde (analog "Christoph 27") ausgestattet werden würde und einen Primärauftrag auch für das Gebiet nördlich von Nürnberg bekäme. Beide Rettungshelikopter werden von der DRF Luftrettung betrieben.

Es bleibt also spannend in Sachen "RTH für Nordschwaben/Westmittelfranken" - und rth.info wird weiterhin am Ball bleiben.

 

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Autor(en)
Jörn Fries