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Festakt zur Indienststellung der H 145 in Murnau

22.03.2015

Neue Typenbezeichnungen

Die Typenbezeichnungen der Maschinen des Herstellers "Airbus Helicopters" haben sich geändert. Beachten Sie hierzu unsere separate Meldung vom 21.03.2015.

Murnau (BAY) ::  Nach der DRF Luftrettung gAG hat auch die ADAC Luftrettung gGmbH eine neue H 145 in Dienst gestellt. Der an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau stationierte Intensivtransporthubschrauber „Christoph Murnau“ startete am Samstag erstmals mit der Maschine „D-HEMS“, die den Platz der bisher verwendeten BK 117 einnimmt, zu seinen Einsätzen.

Im Hangar von Christoph Murnau konnte die neue Maschine besichtigt werden.

Im Hangar von Christoph Murnau konnte die neue Maschine besichtigt werden.

Foto: Alexander Wagner

Dabei handelt es sich wie bei der Münchner Maschine „D-HDSF“ um den neuesten Hubschraubertyp des Hubschrauberherstellers „Airbus Helicopters“ in Donauwörth, die Murnauer Variante ist jedoch die erste Maschine des Modells mit einer Rettungswinde. Die Kosten der Neuanschaffung belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro. Im Rahmen des erstmaligen Typenwechsels lud die ADAC Luftrettung am Freitag zu einem Festakt im Hubschrauberhangar der Unfallklinik ein.

Vizepräsident für Technik der ADAC, Thomas Burkhardt, eröffnete den Festakt.

Vizepräsident für Technik der ADAC, Thomas Burkhardt, eröffnete den Festakt.

Foto: Alexander Wagner

Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik des ADAC, begrüßte gegen 15 Uhr die zahlreichen Gäste aus Politik, Gesellschaft sowie den beteiligten Verbänden und Hilfsorganisationen, die der Einladung zur Feierstunde gefolgt waren. Aus der Geschäftsführung der ADAC Luftrettung gGmbH waren Susanne Matzke-Ahl und Frédéric Bruder anwesend.

Ein Kurzfilm bot Einblicke in das erste Windentraining mit dem neuen Hubschrauber.

Ein Kurzfilm bot Einblicke in das erste Windentraining mit dem neuen Hubschrauber.

Foto: Alexander Wagner

Zahlreiche Gäste kamen der Einladung nach.

Zahlreiche Gäste kamen der Einladung nach.

Foto: Alexander Wagner

„Mit diesem modernen, leisen und leistungsstarken Hubschrauber gehen wir einen großen Schritt in die Zukunft. Die H 145 ist ein enormer Gewinn für Patienten, Crew und Umwelt“, führte Burkhardt fort.

Die Maschine stelle eine wesentliche Erhöhung der Sicherheit beim Einsatzbetrieb dar, für die unter anderem der ummantelte Heckrotor (Fenestron) sowie die starken Turbinen sorgen. Die größeren Leistungsreserven gegenüber dem Vorgängermodell seien vor allem ein Pluspunkt bei Einsätzen mit der Rettungswinde. So könne selbst bei Ausfall einer Turbine in rund 3000 Metern Höhe der Einsatz sicher beendet werden. Trotz alledem sei die Maschine deutlich leiser als die BK 117 und erreiche bei Start und Landung lediglich einen Schalldruck von circa 70 Dezibel.

Trotz der Ausstellung der “D-HEMS“ war genug Platz für die anwesenden Gäste.

Trotz der Ausstellung der “D-HEMS“ war genug Platz für die anwesenden Gäste.

Foto: Alexander Wagner

Die drei Hauptdisplays des komplett digitalen Cockpits geben dem Piloten alle wichtigen Informationen über sein Arbeitsgerät und können auf die speziellen Bedürfnisse angepasst werden.

Das digitale Cockpit der H 145 konnte in aktivem Zustand betrachtet werden.

Das digitale Cockpit der H 145 konnte in aktivem Zustand betrachtet werden.

Foto: Alexander Wagner

Neu ist auch das modulare Innenraumkonzept, was dem medizinischen Personal im Hubschrauber neue Möglichkeiten bei der Patientenversorgung und –betreuung eröffnet. So können beispielsweise medizinische Geräte wie zur Beatmung beliebig angeordnet werden, um eine bestmögliche Überwachung des Patienten sicherzustellen. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaftsentwicklung zwischen der ADAC Luftrettung, DRF Luftrettung und der Bucher Leichtbau AG.

Das neue Innenraumkonzept bietet deutlich mehr Platz bei der Patientenbetreuung.

Das neue Innenraumkonzept bietet deutlich mehr Platz bei der Patientenbetreuung.

Foto: Alexander Wagner

Wie wichtig der Hubschrauber für die Region ist, zeigt die Tatsache, dass ganze 15 bis 18 Prozent der Patienten der BGU mittels Hubschrauber eingeliefert werden, erklärte der Ärztliche Direktor der größten Unfallklinik Deutschlands, Professor Dr. Volker Bühren. Dr. Wolfgang Schoder, CEO bei Airbus Helicopters Deutschland, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der ADAC Luftrettung gGmbH, die seiner Meinung nach nicht selten der Antrieb für Innovationen war. Begeistert über das neue Luftrettungsmittel zeigte sich auch die Weilheim-Schongauer Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Alt und neu: BK 117 als Chr. Murnau, die H 145 im Hangar.

Alt und neu: BK 117 als Chr. Murnau, die H 145 im Hangar.

Foto: Alexander Wagner

Während der gesamten Veranstaltung konnte der neue Hubschrauber besichtigt werden, die BK 117 „D-HBKK“ stellte als Christoph Murnau die Einsatzbereitschaft sicher. Bis 2018 sollen weitere 13 H 145 ihren Dienst für die ADAC Luftrettung gGmbH aufnehmen.

Bereits am darauffolgenden Samstag wurde die neue Maschine als Christoph Murnau eingesetzt.

Bereits am darauffolgenden Samstag wurde die neue Maschine als Christoph Murnau eingesetzt.

Foto: Alexander Spitzbarth

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Autor(en)
MST
Wir danken für Unterstützung:
Alexander Wagner, Alexander Spitzbarth

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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