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Ab 1.10.17 fliegt “Christoph 11“ im 24h-Betrieb

29.09.2017

Villingen-Schwenningen (BWÜ) ::  Ab Sonntag fliegt an der Station der DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH der Villingen-Schwenninger Hubschrauber der DRF Luftrettung im 24-Stunden-Betrieb. Bislang wurde „Christoph 11“ von 7 Uhr bis Sonnenuntergang für Notfälle und Intensivtransporte zwischen Kliniken alarmiert. Die Dienstzeitenerweiterung markiert den Startschuss für den Nachtflug in Baden-Württemberg. Davon profitieren nicht nur die Regionen Südbaden und Südwürttemberg, sondern auch ganz Baden-Württemberg.

Bislang wurden bei nächtlichen Notfällen und für dringende Intensivtransporte zwischen Kliniken Hubschrauber aus der Schweiz oder Bayern angefordert. Dies erforderte je nach Einsatzort in Baden-Württemberg lange Anflug- und Umlaufzeiten. Die Ertüchtigung des Innenministeriums und die Zusage der Kostenträger, „Christoph 11“ künftig auch nachts einzusetzen, ebnen den Weg für eine bessere nächtliche Patientenversorgung in Baden-Württemberg – in medizinischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

H145 im Nachteinsatz (Archivfoto)

H145 im Nachteinsatz (Archivfoto)

Foto: DRF Luftrettung

„Viele Jahre haben wir uns für eine Einführung des Nachtflugs in unserem Heimatbundesland eingesetzt. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Wir freuen uns zum Wohle der uns anvertrauten Patienten, dass wir diese wichtige Aufgabe mit ‚Christoph 11‘ darstellen dürfen“, erläutert Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung. Neben seinen regionalen Einsatzschwerpunkten wird der Hubschrauber aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals auch im gesamten Bundesland für nächtliche Intensivtransporte zur Verfügung stehen. Damit können beispielsweise schwerkranke Kinder, die in den Kinderkliniken in Tübingen/Stuttgart oder anderen intensivmedizinischen Zentren dringend behandelt werden müssen, schnell und schonend in diese Spezialkliniken geflogen werden.

Modernster Hubschraubertyp und erfahrene Besatzung

Seit Juli 2017 kommt an der Station in Villingen-Schwenningen ein neuer Hubschrauber des Typs H145 zum Einsatz, der sich durch seine Leistungsstärke, sein hochmodernes digitales Cockpit und die neue Medizintechnik auszeichnet.

“Christoph 11“ landet am Einsatzort (Archivfoto)

“Christoph 11“ landet am Einsatzort (Archivfoto)

Foto: DRF Luftrettung

Für die Luftrettung rund um die Uhr ist dieser dank seiner Nachtflugausstattung und der Ausrüstung mit Nachtsichtgeräten optimal geeignet. Um für eine größtmögliche Sicherheit an Bord zu sorgen, besteht bei der DRF Luftrettung – im Gegensatz zu anderen gängigen Nachtflugkonzepten – nachts die Hubschrauberbesatzung aus vier Personen: zwei Piloten, einem Notarzt und einem Notfallsanitäter.

Standort Villingen-Schwenningen gewinnt an Bedeutung

„Die Dienstzeitenerweiterung an der Luftrettungsstation in Villingen-Schwenningen bedeutet eine Stärkung des Standorts und eine Verbesserung der medizinischen Versorgungsstrukturen vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis. Passiert beispielsweise nachts ein Unfall in einem abgelegenen Tal des Schwarzwalds, kann der bodengebundene Rettungsdienst den Hubschrauber für die Weiterführung der notärztlichen Versorgung und den anschließenden Transport in eine Klinik nachfordern. Dank der kürzeren Flugzeiten können so die regionalen bodengebundenen Rettungsdienststrukturen in der Nacht entlastet werden“, erklärt Winfried Baumann, Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH.

Träger der Luftrettungsstation Villingen-Schwenningen ist seit 1975 die DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH. Ihr Partner ist die DRF Luftrettung, die seit 1996 für den Flugbetrieb verantwortlich zeichnet.

Anmerkungen der rth.info-Redaktion zum Thema "Nachtflug in Baden-Württemberg"

Die DRF Luftrettung schreibt in ihrer Pressemitteilung vom heutigen Tage, dass "[bislang ...] bei nächtlichen Notfällen und für dringende Intensivtransporte zwischen Kliniken Hubschrauber aus der Schweiz oder Bayern angefordert [wurden]." Diese Aussage gilt nur für den südlichen Teil Baden-Württembergs. Im Norden wurde und wird von den örtlichen Integrierten Leitstellen bei Dunkelheit vorwiegend auf den im mittelhessischen Gießen stationierten 24-Stunden-Dual-Use-ITH "Christoph Gießen" der Johanniter Luftrettung zurückgegriffen.

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
Originaltext Pressemitteilung der DRF Luftrettung
Quelle(n):
Pressemitteilung “Start für ersten 24-h-Hubschrauber in Baden-Württemberg “ vom heutigen 29.09.2017

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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