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“Christoph 15“ nimmt Probebetrieb mit Rettungswinde auf

18.03.2018

Straubing (BAY) ::  Der Rettungshubschrauber (RTH) „Christoph 15“ ist am Samstag, den 27. Januar offiziell in den einjährigen Probebetrieb zur Evaluierung des Bedarfs einer Rettungswinde am Standort Straubing gegangen. Dies teilte die Crew am vergangenen Montag (12.03.2018) auf ihrer Website www.christoph15.com mit. Vorausgegangen waren eine mehrmonatige Vorbereitungszeit sowie ein intensives theoretisches und vor allem praktisches Training aller Crewmitglieder (rth.info berichtete mehrfach). Ausbildung und Einsatzkonzeption wurden von der Bergwacht Bayern unterstützt. “Christoph 15“ ist neben dem RTH “Christoph 1“ in München (H145/ADAC Luftrettung), dem ITH “Christoph Murnau“ in Murnau (H145/ADAC Luftrettung) und dem RTH “Christoph 27“ (EC 135/DRF Luftrettung) in Nürnberg – vorerst für ein Jahr befristet – der vierte Rettungsheli in Bayern, der über eine Rettungswinde verfügt.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wird unter der Federführung des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) eine Evaluation dieses Probebetriebes durchgeführt. Diese wird als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen (Verstetigung versus Beendigung des Windenbetriebs) dienen. Die Kosten für den Probebetrieb werden paritätisch von den Kostenträgern und dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Straubing getragen. Auf Anfrage von rth.info teilte die Pressestelle der AOK Bayern mit, dass “[d]ie Gesamtkosten für den Probebetrieb der neuen Rettungswinde für den Rettungshubschrauber ‘Christoph 15‘ [...] 100.000 Euro [betragen]. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE).“ Die andere Hälfte übernimmt der ZRF Straubing, wie dessen Geschäftsstellenleiter Helmut Steinbauer auf rth.info-Anfrage bestätigte.

Der Probe-Windenbetrieb wird am Standort Straubing im so genannten „3-Mann-Betrieb“ durchgeführt. Dies bedeutet, dass der HEMS TC, der im Rahmen des medizinischen Rettungseinsatzes (entsprechend seiner Ausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter) als Assistent des Notarztes fungiert, im Windeneinsatz funktionell zum Winden-Operator (Helicopter Hoist Operator = TC HHO) wird. Benötigt der Notarzt nach einem Ausstieg mit der Winde bei Versorgung, Rettung und Abtransport des Patienten Assistenz, so müssen boden- oder luftgebunden weitere Kräfte zugeführt werden. Den Straubingern steht für den Probebetrieb eine der drei H135 der ADAC Luftrettung zur Verfügung, die gegenüber der bislang dort eingesetzten EC 135 leistungsstärker ist. Die D-HXBA flog vorher als “Christoph 32“ in Ingolstadt.

Das Team des RTH “Christoph 15“ vor seiner neuen H135 mit Rettungswinde (die Aufnahme entstand anlässlich des Festaktes “40 Jahre RTH-Station Straubing“ am 24. November 2017)

Das Team des RTH “Christoph 15“ vor seiner neuen H135 mit Rettungswinde (die Aufnahme entstand anlässlich des Festaktes “40 Jahre RTH-Station Straubing“ am 24. November 2017)
Foto: ADAC Südbayern

Bereits in den ersten Wochen nach Start in das Windenprobejahr konnten etliche Windeneinsätze im Bereich des Bayerischen Waldes (u. a. am Kaitersberg, am Arber sowie am Geißkopf) erfolgreich absolviert und damit z. T. schwer verletzten Patientinnen und Patienten schnelle Hilfe in unwegsamem Gelände zugeführt werden. Der allererste Windeneinsatz erfolgte dabei am 5. Februar im Skigebiet Geißkopf, wie die Bergwacht Bayern in einer Presseinformation mitteilte.

 

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Autor(en)
Jörn Fries