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Ab 2004 startet Christoph 12 in Ahrensbök

02.01.2003

Eutin (SH) ::  Wie die meisten User wissen dürften, haben wir auf rth.info bereits mehrfach von der ungewissen Zukunft der Rettungshubschrauber im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein berichtet.

Soeben erfuhr die Webmastercrew von rth.info, dass nunmehr teilweise Klarheit geschaffen wurde in Bezug auf die zukünftige Stationierung der drei RTH bzw. ITH. Diese Klarheiten betreffen vor allem Christoph 12, der derzeit in Eutin steht und vom BMI betrieben wird. Bezüglich der zwei Hubschrauber der DRF gibt es Überlegungen zur zukünftigen Verlegung von Christoph 52 und Christoph 42 (derzeit Hartenholm / Rendsburg), die jedoch derzeit nicht offiziell bestätigt worden sind. Änderungen in diesen Plänen sind weiterhin jederzeit möglich.

Der Hubschrauber des Bundesinnenministeriums wird, so viel steht fest, vom Kreiskrankenhaus Eutin nach Ahrensbök umgesiedelt. Ahrensbök liegt im Landkreis Ostholstein nahe der Kreuzung von B432 und L184, d.h. zwischen Segeberg und der Ostsee. Die Trägerschaft des RTH bleibt dadurch in der jetzigen Form erhalten; am Betrieb des RTH bleiben der Kreis Ostholstein, das BMI, die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der ADAC beteiligt.
Groß wird bei dieser Lösung wohl der finanzielle Aufwand: Die komplette Hubschrauberanlage samt Tankeinrichtungen (sehr aufwändig!), Hangar usw. werden noch erst aus dem Boden gestampft werden müssen. Und weil so etwas einige Zeit in Anspruch nimmt, wird der Hubschrauber vorerst weiterhin vom Eutiner Krankenhaus aus in die Luft gehen. Mit einem Umzug sei im zweiten Halbjahr 2004 zu rechnen. Ob der Hubschrauber dann auch nachts fliegen wird, ist unklar. Fest steht aber, dass Christoph 12 dann auch regional in Hamburg, Schleswig Holstein und dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern RTH-Einsätze fliegen können wird.

Letztlich wird die Frage, ob nachts Aufträge übernommen werden können, von der Geldfrage abhängen. Technisch wäre die Hubschrauberstation zum Nachtflug ausgerüstet und ist es seit eh und je. Allerdings fehlt das (teure) Personal.

Nun zu den Überlegungen, die bezüglich des ITH Christoph 52 und des RTH Christoph 42 angestellt wurden: Der derzeit in Rendsburg stationierte Chr. 42 wird voraussichtlich eine neue Heimat weiter an der Nordseeküste bekommen. Intern heißt es, dabei sei Husum im Gespräch.

Da das Marinefliegergeschwader 5 in Kiel-Holtenau durch die Anti-Terror-Operation Enduring Freedom am Horn von Afrika und weitere internationale Einsätze in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich die Luftrettung mit ihren SeaKing MK 41 weiter in der Priorität zurückschrauben muss, hat man sich Gedanken gemacht, wie die den Küsten vorgelagerten Inseln notfallmedizinisch besser versorgt werden können. Hubschrauber sind hier oft dringend erforderlich. Das MFG 5 wird weiterhin die SAR-Maschinen für die Überseerettung abbestellen. Doch die zivile Luftrettung orientiert sich in der Frage der Rettung auf den Inseln per Hubschrauber immer weiter dahingehend, dass die Bundeswehr diese Aufgabe wahrscheinlich früher oder später nicht mehr 100%ig wahrnehmen kann bzw. möchte. Deswegen soll der Christoph 52 vom Flugplatz Hartenholm (liegt genau nördlich des Hamburg Airport an der B206) zumindest temporär nach Itzehoe verlegt werden. Von dort aus soll er verstärkt die ITH-Funktion wahrnehmen, die der Hubschrauber jetzt schon hat. Für die Primärrettung steht er dann vor allem den Inseln zur Verfügung. Weiterhin wird der Christoph 52 auch nachts Einsätze fliegen können, ähnlich der in Sanderbuch stationierten BK 117 des ADAC.

Das Team von rth.info möchte abschließend noch einmal betonen, dass die Überlegungen zu der Zukunft der beiden Hubschrauber der DRF unbestätigt sind! Und wie üblich werden wir Sie auch in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden halten.

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PPR

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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