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24h-Betrieb bei Christoph 11 bleibt Illusion

02.05.2008

Furtwangen (BWÜ) ::  Es war nichts anderes zu erwarten: Der ab Ende 2006 mancherorts geforderte 24h-Betrieb am Luftrettungszentrum Villingen-Schwenningen wird nicht kommen. Die Besatzungsmitglieder Rettungsassistent Andreas Schuhbauer, Dr. Hans-Christian Schlegel und Pilot Andreas Helwig erklärten in Furtwangen das gewünschte Vorhaben für finanziell nicht realisierbar. Das berichtet aktuell der "Südkurier" online (siehe Weblink).

Nach Klinikschließung

Nach der Schließung des Klinikums stellte sich auch in der Schwarzwaldstadt die Frage nach der Aufrechterhaltung der Qualität in der rettungsdienstlichen Versorgung. Die nächsten Kliniken sind jeweils in ca. einer halben Stunde Autofahrt erreichbar – bei verschneiten Straßen dauert es länger. Schnee gibt es allerdings reichlich in der Region, was die Situation nicht einfacher macht.

Ein bei Bedarf notärztlich besetzter Rettungswagen verblieb in der Stadt und steht mittlerweile am Rettungszentrum von Feuerwehr, DLRG und Polizei. Ist er im Einsatz, dann können die Eintreffzeiten anderer Einheiten sehr hoch liegen. Ein ehrenamtliches First-Responder-System des Roten Kreuzes soll das abfedern. Ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) gibt es in der Stadt nicht. So kam die Forderung nach einem nachts einsatzklaren Hubschrauber auf, der schneller vor Ort sein kann als die Maschinen der REGA aus der Schweiz. Die Antwort der DRF, die "Christoph 11" in der Kreisstadt Villingen-Schwenningen betreibt, darf man nun wohl als gegeben betrachten.

Kein Einzelfall

Der Fall stellt sich als exemplarisch für ländliche Regionen in Deutschland dar. Kleinere Kliniken wurden zugunsten großer Versorgungszentren geschlossen. Die notärztliche Versorgung wurde mancherorts bereits ausgedünnt. Dann wurde – und wird – oft die Luftrettung als Lösung betrachtet. Oft wird dabei vergessen, dass die Rettungshubschrauber eine ergänzende Funktion wahrnehmen. Sie sind nicht als regulärer Ersatz fehlender bodengebundener Einheiten vorgesehen. Zumindest wenn man die bisherigen Konzepte als Maßstab nimmt.

Luftrettung bei Nacht

Der Südkurier zitiert den Piloten mit der Aussage, nachts würden nur Rettungshubschrauber im Bereich der friesischen Inseln fliegen.
Ein Blick in unsere Stationsinfothek zeichnet ein etwas differenzierteres Bild. Außenvorgelassen wurden bei der Betrachtung nämlich eine Reihe von Intensivtransport-Hubschraubern (ITH), wie sie beispielsweise die HDM Luftrettung betreibt. Auch der Dual-Use-Hubschrauber "Christoph 62" in Bautzen fliegt rund um die Uhr. Dabei gelten jedoch andere Einsatzverfahren als tagsüber. So werden in der Regel nur bekannte, ausgeleuchtete Landeplätze angeflogen und es wird eine Vorlaufzeit für die Flugvorbereitung eingerechnet.
Zu guter Letzt sind nachts auch die SAR-Kommandos der Luftwaffe bei Bedarf für zivile Einsätze bereit. Dort stehen allerdings im Regelbetrieb keine eigenen Notärzte an den Standorten bereit.

 

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Autor(en)
PPR
Quelle(n):
Südkurier online vom 30.04.2008