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Klinikum Bremen Nord bald mit neuem Dachlandeplatz

02.09.2010

Bremen (BRE) ::  Nach langem und zähem Ringen fiel 2009 die politische Entscheidung, das Klinikum Bremen Nord mit einem Dachlandeplatz für Rettungshubschrauber auszustatten. Das 2,2 Millionen Euro teure Bauprojekt stand dabei nicht immer auf so soliden Säulen, wie derzeit das fertig gestellte Grundgerüst der Landeplattform.

Spruchreif wurde der Bedarf eines krankenhausnahen Landeplatzes, da das im Stadtteil Blumenthal gelegene Klinikum Nord für Hubschraubereinsätze nur über einen ca. 600 m entfernt gelegenen Sportplatz an die Luftrettung angebunden war. Sowohl für schnelle Notfalleinsätze der beiden stadtbremischen Rettungshubschrauber „Christoph Weser“ [DRFL] und „Christoph 6“ [ADAC], als auch für die Anlieferung von Patienten auf dem Luftwege ins Krankenhaus Bremen Nord, waren die Lande- und Transportverhältnisse denkbar schlecht. So nahmen sich einige Lokalpolitiker der problematischen (Luftrettungs-)Lage an und forderten einen Landeplatz am Klinikum. Diese Forderung blieb aufgrund notorisch leerer Kassen in dem kleinen Bundesland Bremen nicht ohne öffentliche Kritik. Insbesondere mussten sich die Initiatoren und Forderer des Landeplatzes vorhalten und -rechnen lassen, dass es im Jahr 2008 lediglich einen Fall gegeben hatte, in denen ein Patient von einem Rettungshubschrauber in das Klinikum eingeliefert wurde. Und diese zwei Landungen rechtfertigten einen solch teuren Landeplatzbau niemals. Die gesundheitspolitische Sprecherin Rita Mohr-Lüllmann (CDU) hielt das Projekt schlichtweg „für überflüssig“. Doch die Befürworter der SPD blieben hart und verfolgten ihr Anliegen engagiert weiter.
Insbesondere die Sicherheitsbestimmungen für Landungen von Rettungshubschraubern könnten ohne den Landeplatz auf dem na- hen Sportplatz nicht mehr eingehalten werden. Zahlenmäßig fielen im weiteren Abwägungs- und Entscheidungsprozess insbesondere die vielen innerstädtischen Landungen der beiden Hubschrauber ins Gewicht, wenn es um die Notarzt-Beibringung zum Einsatzort geht. Diese Landungen werden im Stadtgebiet Bremens stets von der Polizei abgesichert (inkl. Fahrt mit der medizinischen Besatzung zum Einsatzort), da sie zumeist an öffentlichen Örtlichkeiten stattfindet. Auch aus diesem Grunde der Gefahrenabwehr für Unbeteiligte, war man an einer gefahrenminimierenden Landegelegenheit interessiert.

Letztendlich gab der Bremer Senat (hier: Sozialressort) die entscheidende Stimme: Der Bau der Landefläche sei unabdingbar, um das Klinikum Bremen Nord nicht von der Luftrettung abzukoppeln. Schließlich handele es sich um ein vollwertiges Unfallkrankenhaus, das aufgrund seiner Lage auch einen Teil des niedersächsischen Umlandes mit abdecke.

Aufgrund der herrschenden, engen Platzverhältnisse, kam nur eine Dachbau- Konstruktion in Betracht. In diesem Falle wurde in einen kleinen, freien Innenhof, ein Stahlträger-Gestell gebaut, das in etwa 20 m Höhe mit der Landeplattform bestückt wird. Während der Planungsphase wurde die Konstruktion um 3 Meter erhöht, da sonst aus Gründen der Hindernisfreiheit fast 50 Bäume hätten gefällt werden müssen.

Über die neue Landeebene über der Radiologie wird dann der Weitertransport der Patienten in die Notaufnahme gewährleistet. Damit ist ein Meilenstein in Hinblick auf die Notfallversorgung durch Luftrettung in Bremen Nord gelungen.

Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zu erwarten, dass der neue Landeplatz nicht nur für Anflüge mit Patienten genutzt werden wird. Vielmehr werden die Maschinen dort auch gefahrloser und schneller landen können, um die HCM und Notärzte an die Polizei weiterzugeben, zur Fahrt an den eigentlichen Einsatzort. Die offizielle Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Dachlandeplatzes in Bremen Nord ist für Ende 2010 avisiert.

 
Autor(en)
Sven Arnold