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Christoph 18, Ochsenfurt

15.03.2003

Der Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht e.V. (DRF) "Christoph 18" in Ochsenfurt ist ein Bestandteil der Luftrettung in der Bundesrepublik Deutschland.

Seit seiner Indienststellung im Juli 1980 hat der Standort schon zweimal den Betreiber gewechselt. Angefangen hat es mit einer Maschine des ADAC, anschließend übernahm der Katastrophenschutz (BMI) die Station und betrieb diese bis Ende 1995. Seit dem 01. Januar 1996 stellt die DRF den Betrieb am Ochsenfurter Luftrettungszentrum sicher. Dies geschah zuerst mit einer BO 105, diese wurde dann am 01. September 1996 durch eine der ersten EC 135 ersetzt. Im Juli 2002 erlebten die Luftretter in Ochsenfurt wieder eine Modernisierung, als die DRF den neusten Typ einer EC 135 (P2) in Dienst stellte. Die "alte" EC 135 (P1) wurde an das Luftrettungszentrum in Rendsburg (Christoph 42) weitergegeben. Seit der Übernahme durch die DRF 1996 hat der Rettungshubschrauber "Christoph 18" über 10.000 Einsätze geflogen.

EC 135 der DRF

EC 135 der DRF
Foto: Team Kalli

Die Einsatzzahlen beweisen, dass der Rettungshubschrauber im Rettungsdienst Unterfranken nicht mehr wegzudenken wäre. Im Umkreis von 50 Kilometern rund um das Luftrettungszentrum in Ochsenfurt stellt Christoph 18 die primäre Notarztversorgung sicher, zudem kommt noch eine beachtliche Zahl an Intensivverlegungen (16 % der Einsätze) hinzu. Durchschnittlich startet Christoph 18 viermal am Tag zu einem Einsatz in Unterfranken. Koordiniert und geleitet werden die Einsätze von der Rettungsleistelle des BRK in Würzburg.

Start zu einem neuen Einsatzauftrag

Start zu einem neuen Einsatzauftrag
Foto: Team Kalli

Christoph 18 hat sich in seiner langen Karriere einen Namen verdient gemacht, viele Menschen verdanken dem RTH und seinem Team ihr Leben. Jeden Tag von Sonnenaufgang (7:00 Uhr) bis Sonnenuntergang, steht die Maschine am Luftrettungszentrum der DRF des Kreiskrankenhauses Ochsenfurt bereit. Die Klinik stellt die Notärzte; Bayerisches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst des Landkreises Würzburg stellen die Rettungsassistenten. Piloten und Maschine kommen von der DRF. Alle Mitglieder des Teams haben eine langjährige Erfahrung in ihrem Berufszweig. Die Notärzte können auf eine Vielzahl von Einsätzen auf bodengebundenen Rettungsmitteln zurückblicken, ebenso die Rettungsassistenten, wobei erwähnt werden sollte, dass diese nochmals eine Schulung erhalten (JAR-OPS-3). Die Piloten haben eine Berufspilotenlizenz und waren meist bei der Bundeswehr oder aber dem Bundesgrenzschutz bereits im Einsatz und können somit eine Vielzahl von Flugstunden nachweisen.

Wie bereits erwähnt, wurde 2002 eine neue Maschine in den Dienst gestellt, auch dieses Mal handelte es sich um eine EC-135 des Hubschrauberherstellers Eurocopter. Die neue Maschine verfügt im Gegensatz zur „Alten“ über erhebliche Verbesserungen, sie wurde mit der neusten Avionik und den neusten Geräten der Medizintechnik ausgestattet. Dazu gehört ein digitales Kartenanzeigegerät, das eine schnellere Findung der Einsatzorte ermöglicht, was sich zeitsparend und entlastend auf die Besatzung auswirkt. Im Kartenanzeigegerät sind alle Kliniken und Landeplätze gespeichert, die der Rettungshubschrauber anfliegen kann. Christoph 18 gehörte zu einen der ersten Rettungshubschrauber, die dieses System mit sich führten.

Kabinen-Interieur

Kabinen-Interieur
Foto: Team Kalli

Bei der Ausstattung der Maschine wurde auch an die kleinen Patienten gedacht. Christoph 18 hat eine Anzahl von Stofftieren dabei, die den kleinen Patienten Trost spenden und sie während des Transportes beruhigen sollen. Bei den Kuscheltieren handelt es sich um Marienkäfer mit dem Namen „LUCY“, sie wurden von dem KIWANIS-Club in Würzburg gestiftet und den Luftrettern in Ochsenfurt feierlich übergeben. Die 250 Marienkäfer übernehmen eine sehr wichtige Rolle, mit ihnen hat man die Möglichkeit, ruhiger an die kleinen Patienten heranzutreten und den ersten Kontakt aufzubauen.

Die Luftretter in Ochsenfurt setzen auch im Bereich der Medizintechnik auf ein hohes Qualitätsniveau. Interessant hierbei ist die Trage des neuen RTH. Sie ist von vornherein mit einer Schaufeltrage kombiniert, was sich Platz sparend und praktisch auswirkt. Des Weiteren verfügt Christoph 18 über ein internes Beatmungsgerät, dass die kontrollierte Beamtung von intubierten und in Narkose liegenden Patienten übernimmt, sowie einen Überwachungsmonitor, der alle wichtigen vitalen Parameter wie EKG, Puls, Blutdruck und Sauerstoffkonzentration im Blut anzeigt. Spritzenpumpen, die eine fraktionierte Gabe von Medikamenten sicherstellen, jeweils einen Notfallrucksack für Erwachsene und Kinder, sind mit einer Vielzahl von medizinischen Ausrüstungsgegenständen und Medikamenten versehen. Hinzu kommen noch ein EKG/Defibrillator-Kombinationsgerät, ein so genanntes Burn-Pac für Verbrennungspatienten, ein KED-System, welches die schonende Rettung von Unfallopfern erleichtert, pneumatische Schienen um Frakturen ruhig zustellen und ein Herzschrittmacher, der die Funktionen und den Rhythmus des Herzens unterstützt.

Am Standort

Am Standort
Foto: Team Kalli

Christoph 18 hat noch eine ganze Menge mehr zu bieten, die Maschine verfügt über eine größere Leistung als die Alte, ist im Gegensatz zur BO-105 oder BK-117 leiser, was durch eine neue Rotortechnik, neue Triebwerke und den ummantelten Heckrotor (Fenestron) unterstützt wird. Hinzu kommen das GPS-System, ein Radiohöhenmesser, welcher die exakte Höhe zum Boden angibt und Kennleuchten mit LED-Technik.

Im Gegensatz zu den älteren EC 135 - Versionen wird das Triebwerk- und Powermanagment nun computergesteuert (FADEC = Full Authority Digital Electronic Control) und auf drei Farbdisplays in der Mitte des Hauptpanels angezeigt. Das heißt, dass Triebwerke und deren Leistung dabei vom Start bis zum Ausschalten jener elektronisch gesteuert werden. Somit kann trotz niedrigem Treibstoffverbrauch ein Maximum an Leistung gewährleistet werden. Schließlich verstärkt das neue System auch die Sicherheit während des Fluges.

RTH Ochsenfurt

RTH Ochsenfurt
Foto: Team Kalli

Weiterhin kann der RTH mit einem Transportinkubator (Brutkasten), einem Suchscheinwerfer und Stehhaltegurten ausgestattet werden. Soviel Technik hat auch natürlich seinen Preis: Christoph 18 hat ca. drei Millionen Euro gekostet. Da die Kostenträger im Rettungsdienst, die Krankenkassen, die Kosten der Luftrettung im bundesweiten Durchschnitt nicht voll tragen, sind die gemeinnützigen Betreiber auf die Unterstützung von Fördermitgliedern und Spenden angewiesen.

Jeder Rettungshubschrauber in der BRD ist ein Unikat und somit sehr wichtig. So auch Christoph 18, der rote Rettungsengel aus Unterfranken.

 
Autor(en)
FHR
Patrik Kalinowski