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RK 2 - rot-weißer Lebensretter aus Tirol

04.10.2003

Die ARA-Flugrettungs GmbH aus Österreich – Mitglied im Team-DRF – betreibt seit dem Frühjahr 2002 das Luftrettungszentrum am Flugplatz Höfen in Reutte/Tirol mit dem NAH RK-2. (ARA = Air Rescue Austria, NAH = Notarzthubschrauber)
Im Folgenden stellt Matthias Genz dieses Luftrettungsmittel als "Blick über den Tellerrand" nach Österreich vor.

Standort in den Tiroler Alpen

Standort in den Tiroler Alpen
Foto: Matthias Genz

Das Einsatzgebiet des NAHs erstreckt sich vom Südallgäu bis zum Fernpass und von der Zugspitze bis zum Arlberg. Der Einsatzradius beträgt ca. 70 km rund um den Stützpunkt Reutte. Die Anforderung von deutscher Seite her erfolgt über die Leitstelle Innsbruck, alarmiert wird der NAH aber über Leitstelle Reutte. Eingesetzt wird eine Maschine vom Typ Eurocopter BK-117 B-2 mit der Kennung D-HDDD. Diese Maschine war zuvor bei der DRF als Reservemaschine unterwegs und wurde von der ARA kurz vor der Indienststellung des Luftrettungszentrums in Reutte* käuflich erworben. In Reutte kam auch schon eine BO-105 CBS zum Einsatz. Laut Auskunft vor Ort soll die jetzige Maschine im Laufe der nächsten Zeit mit einem österreichischem Luftfahrzeug- Kennzeichen versehen werden.

Die Einsatzbereitschaft von RK-2 ist mit dem deutscher Rettungshubschrauber vergleichbar. Täglich von sieben Uhr bis Sunset steht die Maschine am Luftrettungszentrum für Einsätze bereit. Besonders ist hier zu vermerken, dass die Maschine auch Nachts eingesetzt werden kann, dann aber nur im Bereitschaftsverfahren und mit der üblichen Vorlaufzeit von einer halben Stunde. Nachts fliegt der NAH aber auch nur beleuchtete Punkte, wie bzw. befeuerte Kliniklandplätze oder Flughäfen an.

On Alert

On Alert
Foto: Matthias Genz

RK-2 hat auch noch andere Vorzüge. Der NAH ist in der Lage, die Langseilbergung (ECMS) durchzuführen. Hierzu wurde das "Air-Access"-System am Kufengestänge befestigt. Man entschied sich zu dieser Variante, da eine Windenachrüstung kostenaufwändiger gewesen wäre. Die Seillänge beträgt bis zu 90 Meter. Insbesondere für entsprechende Rettungsaktionen ist RK-2 auch mit einem großen Außenspiegel auf der rechten Seite ausgestattet, der dem Pilot als Orientierungshilfe dient.

Das Team besteht aus Piloten, die viele Jahre Berufserfahrung in der Luftrettung haben und einige tausend Flugstunden mitbringen. Zur Einstellung muss der Pilot mindestens 3.000 Flugstunden nachweisen können. Weiterhin kommen Notfallsanitäter der ARA-Flugrettungs GmbH, die neben der Alpinschulung die Aufgabe des HEMS-Crewmembers übernehmen, dazu. Die Ausbildung des Rettungsassistenten ist derzeit vollkommen ausreichend: Der HEMS- Crewmember-Lehrgang nach JAR-OPS3 ist derzeit in Österreich noch keine Pflicht und es wird noch einige Zeit dauern, bis dem so sein wird. Der Notarzt kommt aus dem Krankenhaus in Reutte, an dem außerdem ein NEF stationiert ist. Es muss aber angemerkt werden, dass der NA sich die ganze Zeit über direkt am Luftrettungszentrum aufhält und für Einsätze auf dem Hubschrauber zur Verfügung steht. Die Notärzte müssen eine Vielzahl von Einsätzen auf bodengebundenen Rettungsmitteln nachweisen, bevor sie auf dem Notarzthubschrauber eingesetzt werden.

Die ARA-Flugrettungs GmbH wurde 2001 als gemeinnützige GmbH gegründet und betreibt in Österreich die professionelle Notfallmedizin in der Luftrettung mit Ambulanzflugzeugen und Notarzthubschraubern (NAH). Als Mitglied im Team-DRF ist die ARA Flugrettungs GmbH in eines der größten Luftrettungsunternehmen eingebunden, welches 38 Luftrettungszentren, 51 NAH bzw. RTH und 5 Ambulanzflugzeuge betreibt. Diese Mitgliedschaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass aus Italien oder Deutschland unverzüglich eine Ersatzmaschine bereitgestellt werden kann, wenn der Hubschrauber aus technischen Gründen nicht verfügbar sein sollte.

Medizinisches Gerät an Bord

Die medizinische Ausstattung des NAH stellt sich wie folgt zusammen:

Mobiles Equipment:

  • Notfall- und Traumarucksack für alle Altersklassen
  • Absaugpumpe
  • Notfallbeatmungsgerät

Kreislauf:

  • EKG/Defibrillator
  • Spritzenpumpe
  • externer Schrittmacher

Traumaversorgung:

  • Schaufeltrage
  • Vakuummatratze
  • pneumatische Schienen
  • KED-System
  • Antischockhose
  • Burn-Pac

Diagnostik:

  • EKG-System (12-Kanal),
  • Blutdruck,
  • Pulsoxymetrie,
  • Kapnometrie

Gasvorrat:

  • Sauerstoff – 1.800 Liter
Der Heckausleger der BK 117

Der Heckausleger der BK 117
Foto: Matthias Genz

Die beiden Luftrettungszentren der ARA sind strategisch sehr günstig gelegen, da in der näheren Umgebung keine weiteren Luftrettungsstandorte vorhanden sind. Dies kommt vor allem in der Winter- und Urlaubszeit zum Tragen, dementsprechend fliegen die beiden NAH der ARA (Reutte & Fresach) dann die meisten Einsätze. RK-2 in Reutte unterstützt auch, wie bereits erwähnt, die deutschen Rettungsdienste im Grenzgebiet.

Bemerkung des Autors:

"Abschließend möchte ich mich nochmals über die gute Kooperation und die vielen Infos bei der anwesenden Crew bedanken. Mein besonderer Dank gilt dem Piloten Herrn Jürgen Ritter, der es mir ermöglichte, die Fotos zu machen."

*= Die BK-117 B2 mit der Kennung D-HDDD ist eine ehemalige Reservemaschine der DRF und der Nachfolger der BK-117 C1 mit der gleichen Kennung D-HDDD. Letztere wurde 2000 in die USA verkauft, die Kennung wurde beibehalten.

 
Autor(en)
Matthias Genz