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Bürgerentscheid: Wannweiler Bevölkerung pro Stationierung von Rettungshubschrauber

06.11.2022

Reutlingen (BWÜ) ::  Die Bevölkerung der Gemeinde Wannweil im Landkreis Reutlingen (Baden-Württemberg) hat heute zugunsten der Stationierung des Rettungshubschraubers “Christoph 41“ auf ihrer Gemarkung votiert. Der “Christoph 41“ ist bislang in Leonberg (Kreis Böblingen) südwestlich der Landeshauptstadt Stuttgart stationiert und soll im Zuge einer Strukturreform der Luftrettung auf die Achse Tübingen-Reutlingen verlegt werden (rth.info berichtete mehrfach). Konkret waren die gut 5400 Einwohner dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob ein Gemeinderatsbeschluss aufgehoben werden solle, der die Stationierung des Hubschraubers in Wannweil abgelehnt hatte. Der “Reutlinger General Anzeiger“ und eine dpa-Meldung berichten über das Ergebnis. Die Gemeinde selbst vermeldet auf ihrer Webseite eine Wahlbeteiligung von ca. 56 %. Es hätten von 4129 Stimmberechtigten 2314 Personen ihre Stimme abgegeben und davon 1331 für die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses votiert. Damit sei eine Mehrheit von 57,64 % – vereinfacht gesprochen – dafür, dass “Christoph 41“ auf dem Gemeindegebiet stationiert werden darf. Wörtlich lautete die Frage, die bei dem Bürgerentscheid zur Abstimmung stand:

“Befürworten Sie die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses vom 26.07.2022 mit Sitzungsvorlage 2022-112 und damit die mögliche Stationierung des Rettungshubschraubers „Christoph 41“ im Gemeindegebiet Wannweil?“

Die Standortfrage ist damit noch nicht entschieden. Hierüber wird das Innenministerium des Landes entscheiden. Ein Abzug des “Christoph 41“ aus Leonberg Richtung Reutlingen werde aber immer wahrscheinlicher, schrieb vorgestern die “Leonberger Kreiszeitung“ (siehe Weblinks zu diesem Artikel) und beruft sich dabei auf jünste Aussagen von Staatssekretär Wilfried Klenk (CDU), der seitens des Innenministeriums mit der Sache befasst ist. Klenk habe es als Fakt dargestellt, dass die Verlegung des Hubschraubers kommen werde.

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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