EXKLUSIV: “Christoph 77“ fliegt seit 1. Januar wieder rund um die Uhr
04.01.2026
Mainz (RPF) :: Die Spatzen pfiffen es bereits seit Längerem von den Dächern, nun ist es endlich so weit: Der am Mainzer Universitätsklinikum stationierte Dual-Use-Hubschrauber “Christoph 77“ fliegt seit dem 1. Januar 2026 wieder rund um die Uhr. Dies bestätigen öffentlich zugängliche Daten der einschlägigen Flight tracker-Websites, wie beispielsweise Flightradar24.com.
Fliegt seit der Silvesternacht wieder rum die Uhr: der seit dem 1. Juli 1997 am Mainzer Universitätsklinikum stationierte “Christoph 77“ (hier eine Archivaufnahme vom Festakt “25 Jahre ‘Christoph 77'" am 1. Juli 2022)
Foto: Jörn Fries
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Der aktuelle Screenshot zeigt die Flugbewegungen des Mainzer Dual-Use-Hubschraubers “Christoph 77“ seit dem 31. Dezember 2025
Foto: Screenshot Flightradar24.com vom heutigen 4. Januar 2026, die Flüge von “Christoph 77“ seit dem 31. Dezember 2025 betreffend
Zum Hintergrund
Der am 1. Juli 1997 am Mainzer Universitätsklinikum in Dienst gestellte “Christoph 77“ war schon einmal, und zwar bis zum 30. Juni 2007, rund um die Uhr im Betrieb, flog dann aber jahrelang nur noch im so genannten Tagbetrieb. Die damalige Entscheidung, auf den Nachtbetrieb zu verzichten, sei wissenschaftlich vorbereitet und eingeleitet worden. Alle Nachteinsätze der vergangenen Monate seien medizinisch-wissenschaftlich untersucht, hieß es im Sommer 2007 aus dem rheinland-pfälzischen Innenministerium. Das Ergebnis sei gewesen, dass bei den Nachteinsätzen von “Christoph 77“ kein medizinischer Vorteil gegenüber einem möglichen bodengebundenen Rettungseinsatz gefunden werden konnte. Wie sich die Zeiten doch ändern (können)!
Denn zwölf Jahre später, im Frühjahr 2019, hatte das Mainzer Innenministerium verfügt, dass der Dual-Use-Hubschrauber eine Randzeitenausweitung bekam. Seit Juni 2019 konnte “Christoph 77“ zwar weiterhin erst ab frühestens 6 bzw. 7 Uhr (im Sommer- bzw. Winterhalbjahr), allerdings unabhängig von der so genannten fliegerischen Nacht abends grundsätzlich bis 22 Uhr alarmiert werden. Night Vision Goggles, die Erweiterung der dreiköpfigen Tagbesatzung ab den späten Nachmittag durch eine so genannte Flight Night Nurse in HEMS (auch als TC NVIS bezeichnet) sowie die Umstellung auf das neue Hubschraubermuster H145 machten dies möglich.
Bislang musste beispielsweise der Dual-Use-ITH “Christoph Gießen“ aus dem benachbarten Hessen angefordert werden, wenn ein Hubschraubertransport vor 6 Uhr erforderlich war (die Archivaufnahme entstand am 3. Juli 2022 um 5:37 Uhr in Nassau) an
Foto: Jörn Fries
Der in Nörvenich (NRW) stationierte “SAR 41“ ist zwar 24/7 verfügbar und besitzt auch eine Rettungswinde, allerdings gehört zur Stammbesatzung kein Notarzt (die Archivaufnahme entstand am 3. Juni 2023 an der ADAC-Luftrettungsstation in Rheine)
Foto: Jörn Fries
Im Gegensatz zum “Christoph 77“ verfügt der seit 2. September 2019 in der Westpfalz stationierte “Christoph 66“ über eine fest installierte Rettungswinde, fliegt derzeit allerdings nur im Tagbetieb (Archiaufnahme aus Imsweiler)
Foto: Jörn Fries
Der seit dem 1. Januar 2025 rund um die Uhr fliegende “Christoph Dortmund“ verfügt ebenfalls über eine Rettungswinde, die allerdings kein Bestandteil der Ausschreibung war (die Archivaufnahme entstand am 14. Mai 2022 in Winterberg)
Foto: Jörn Fries
Wie wichtig eine 24/7-Luftrettung ist, zeigt aktuell die verheerende Brandkatastrophe aus der Silvesternacht im schweizerischen Wintersportort Crans-Montana. Über die derzeit noch laufenden europaweiten Verlegungen der schwerst Brandverletzten, u.a. nach Deutschland, und den vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aktivierten Kleeblattmechanismus wird rth.info gesondert berichten.
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