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Sachsen: ADAC bleibt in Leipzig & Zwickau – „Christoph 46“ mit Winde

09.05.2026

Zwickau (SN) ::  Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat die Konzessionen für die Luftrettungsstandorte Leipzig und Zwickau neu vergeben. Den Zuschlag erhielt erneut die ADAC Luftrettung. Damit bleibt der bisherige Betreiber auch über das Jahr 2026 hinaus an beiden Stationen aktiv. Die neuen Konzessionsverträge treten zum 1. Januar 2027 in Kraft und laufen über einen Zeitraum von insgesamt 19 Jahren.

Betroffen sind die Standorte des Rettungshubschraubers „Christoph 61“ und "Christoph 63" in Schkeuditz-Dölzig bei Leipzig sowie „Christoph 46“ in Zwickau. Die Entscheidung bedeutet zugleich Kontinuität für die sächsische Luftrettung: Die bisherigen Betreiberverhältnisse bleiben vollständig bestehen. Bereits im März hatte die Landesdirektion Sachsen die Konzessionen für die Stationen Dresden („Christoph 38“) und Bautzen („Christoph 62“) erneut an die DRF Luftrettung vergeben. Somit werden auch künftig alle vier sächsischen Luftrettungsstationen weiterhin von ihren bisherigen Betreibern geführt.

Die ADAC Luftrettung bleibt auch künftig Betreiber der Stationen in Zwickau und bei Leipzig, hier im Bild: “Christoph 46“ am Standort in Zwickau

Die ADAC Luftrettung bleibt auch künftig Betreiber der Stationen in Zwickau und bei Leipzig, hier im Bild: “Christoph 46“ am Standort in Zwickau

Foto: Achim Kloppert

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Die europaweite Ausschreibung der Luftrettung in Sachsen hatte in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt (rth.info berichtete). Mit der nun abgeschlossenen Vergabeentscheidung herrscht für die kommenden Jahre Planungssicherheit sowohl für die Betreiber als auch für die beteiligten Kliniken und Rettungsdienststrukturen.

Der neue Konzessionsvertrag für die Stationen Leipzig und Zwickau regelt erweiterte Einsatzzeiten
informiert Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen.
Die Rettungshubschrauber werden täglich von Sonnenaufgang, frühestens ab 7:00 Uhr, bis Sonnenuntergang alarmierbar sein. Neu ist, dass in den Herbst- und Wintermonaten die Alarmierung bis 19:00 Uhr möglich ist. Dies ist eine Reaktion auf das hohe Unfallaufkommen in der Dämmerungszeit.

Vor wenigen Tagen wurde bereits bekannt, dass es auch in Bayern an mehreren Luftrettungsstandorten zu erweiterten Alarmierungszeiten kommen wird. Auch darüber berichtet rth.info aktuell. Hintergrund sind in Bayern unter anderem steigende Einsatzzahlen in den Abendstunden sowie der Wunsch nach einer besseren rettungsdienstlichen Versorgung in Randzeiten. Die nun angekündigten Erweiterungen in Sachsen zeigen, dass sich dieser Trend möglicherweise bundesweit ausweiten könnte.

Auch die Leipziger Station “Christoph 61“ wird künftig mit erweiterten Alarmierungszeiten betrieben

Auch die Leipziger Station “Christoph 61“ wird künftig mit erweiterten Alarmierungszeiten betrieben

Foto: D. Nowarre

Eine wesentliche Neuerung betrifft den Standort Zwickau: Der dort stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 46“ soll künftig mit einer Rettungswinde ausgestattet werden. Dadurch werden künftig auch Rettungseinsätze in schwer zugänglichem Gelände möglich. Als mögliche Einsatzgebiete nennt die Landesdirektion insbesondere das Erzgebirge und das Vogtland. Die Windenfähigkeit stellt für die Region eine deutliche Erweiterung des bisherigen Einsatzspektrums dar. Vermutlich wird für diesen Einsatzzweck zukünftig eine Maschine vom Typ H145 D3 (Fünfblattrotor) anstelle der aktuellen Maschine vom Typ H135 eingesetzt werden.

Der Standort Bautzen verfügt bereits heute über einen 24-Stunden-Betrieb sowie über Windenkompetenz. Mit der zusätzlichen Windenstation in Zwickau würde Sachsen seine Fähigkeiten für komplexe Rettungseinsätze im Mittelgebirgsraum künftig weiter ausbauen.

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Medieninformationen Landesdirektion Sachsen

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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