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Neues vom Ambulanzhubschrauberdienst in Mecklenburg-Vorpommern

20.07.2017

Schwerin/Neubrandenburg (MVP) ::  rth.info berichtete erst kürzlich, dass am Standortkrankenhaus des Intensivtransporthubschraubers (ITH) “Christoph Rostock“, dem Klinikum Rostock Südstadt, ein neuer Hubschrauberlandeplatz in Betrieb genommen wurde, der den aktuell gültigen luftfahrtrechtlichen Regelungen entspricht und eine 24-Stunden-Versorgung von schwer und schwerst Verletzten bzw. Erkrankten auch aus der Luft für die nächsten Jahrzehnte sicherstellt.

Nun sind weitere Entwicklungen zum luftgebundenen Intensivtransport und Ambulanzhubschrauberdienst (AHS) in Mecklenburg-Vorpommern bekannt geworden: Das im niedersächsischen Damme (Landkreis Vechta) ansässige Unternehmen FJS-Helicopter Lufttransport GmbH hat seinen seit November 1996 bestehenden Standort am Flughafen Neubrandenburg/Trollenhagen (ETNU) vorübergehend geschlossen. Der Link zum AHS-Standort Trollenhagen auf der Website des Unternehmens führt seit wenigen Tagen ins Leere (siehe auch externe Links im Kontextbereich dieser News).

Die Archivaufnahme aus dem September 2010 zeigt die AS 350 B2 mit dem Kenner D-HFJS am AHS-Standort Schwerin-Pinnow

Die Archivaufnahme aus dem September 2010 zeigt die AS 350 B2 mit dem Kenner D-HFJS am AHS-Standort Schwerin-Pinnow
Foto: Jörn Fries

Gegenüber rth.info bestätigte das Unternehmen am heutigen Donnerstag (20.07.2017), dass es – neben Damme – momentan nur den AHS-Standort am Flugplatz Schwerin-Pinnow betreibe. Dies sei Rentabilitätsgründen geschuldet. Der Standort am ehemaligen Fliegerhorst Trollenhagen sei allerdings “nur vorübergehend stillgelegt“. Auf Anfrage von rth.info hatte Gunnar Bauer, Sprecher des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, bereits am gestrigen Mittwoch (19.07.2017) mitgeteilt, dass “[d]em Gesundheitsministerium [...] gegenwärtig keine schriftliche Mitteilung der Firma FJS-Helicopter Lufttransport GmbH vor[liege], dass sie den AHS-Standort Neubrandenburg-Trollenhagen aufgegeben hat“. Die erteilte Genehmigung sei weiterhin gültig.

Diese Archivaufnahme zeigt die D-HHMV im Einsatz als Ambulanzflieger

Diese Archivaufnahme zeigt die D-HHMV im Einsatz als Ambulanzflieger
Foto: Johannes Herrmann

Somit wird bis auf Weiteres die luftgebundene Krankenbeförderung (im Sinne von Beförderung nicht kritisch erkrankter bzw. verletzter Patienten von Klinik zu Klinik) für ganz Mecklenburg-Vorpommern von Pinnow aus durchgeführt, wofür die dort eingesetzte zweiturbinige “Écureuil“ vom Typ AS 355 F2 ausreichen dürfte. Zudem waren in den letzten Jahren durchschnittlich lediglich rund 100 Einsätze für den Pinnower AHS zu verzeichnen, für Trollenhagen dürfte es ähnlich gewesen sein, so dass der nun entstandene Mehrbedarf durch die vorübergehende Stilllegung des zweiten Standortes in Trollenhagen durchaus aufgefangen werden kann.

Hier die mit “ITH-SCHWERIN“ in großen Lettern beklebte AS 355 F2 mit dem Kenner D-HLEA am AHS-Standort Schwerin-Pinnow

Hier die mit “ITH-SCHWERIN“ in großen Lettern beklebte AS 355 F2 mit dem Kenner D-HLEA am AHS-Standort Schwerin-Pinnow
Foto: Tobias Klein

Aber auch Intensivtransporte können laut FJS mit der Pinnower Einsatzmaschine D-HLEA vom Typ “Écureuil“ AS 355 F2 durchgeführt werden. Es liege FJS nach eigenen Angaben eine entsprechende Genehmigung seitens des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) vor.

Jetzt wird auch verständlich, weshalb die rote “Écureuil“ mit dem Kenner D-HLEA seit Längerem die Beschriftung “ITH-Schwerin“ trägt. Allerdings obliegt der luftgebundene Transport intensivmedizinisch zu betreuender Patienten aus zeitökonomischen und notfallmedizinischen Gründen in allererster Linie den im nordöstlichsten Bundesland stationierten primären Luftrettungsmitteln “Christoph 34“ in Güstrow (Betreiber: BMI/BBK), “Christoph 47“ in Greifswald (DRF) und “Christoph 48“ in Neustrelitz (ADAC) sowie dem ITH “Christoph Rostock“ (Johanniter). Letzterer hatte im Vorjahr 372 Einsätze zu verzeichnen und steht als einziges Luftrettungsmittel in Mecklenburg-Vorpommern rund um die Uhr zur Verfügung.

Stellvertretend für die anderen mecklenburg-vorpommerschen Luftrettungsmittel: der in Rostock am Klinikum Südstadt stationierte ITH “Christoph Rostock“ (hier ist die neue D-HBUB im Einsatz)

Stellvertretend für die anderen mecklenburg-vorpommerschen Luftrettungsmittel: der in Rostock am Klinikum Südstadt stationierte ITH “Christoph Rostock“ (hier ist die neue D-HBUB im Einsatz)
Foto: Tobias Klein

 
Autor(en)
Jörn Fries