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Ab 2015: AAA-Heli darf im Kreis Waldshut retten

16.12.2014

Waldshut (BWÜ) ::  Die “Alpine Air Ambulance“ (AAA) darf mit ihrem im schweizerischen Birrfeld stationierten Rettungshubschrauber ab dem anstehenden Jahreswechsel regulär Einsätze auch in Baden-Württemberg abwickeln. Das berichtete vergangene Woche die “Badische Zeitung“ und beruft sich dabei auf eine entsprechende Auskunft von Hermann Schröder, dem baden-württembergischen Landesbranddirektor und im Innenministerium Referatsleiter für Feuerwehrwesen, Rettungsdienst und Fernmeldewesen.

Lions 1, hier ein Archivbild

Lions 1, hier ein Archivbild

Foto: Stephan Stroh

Konkret beziehe sich die neu geschaffene Vereinbarung auf den Landkreis Waldshut. Von den Disponenten der Integrierten Leitstelle (ILS) Waldshut könne der Helikopter aus dem Nachbarstaat künfitg angefordert werden – trotz räumlicher Nähe der grenznahen Station zum Kreis Waldshut jedoch nur, wenn auf deutscher Seite keine Rettungshubschrauber zur Verfügung stehen. Dazu zitiert die “BZ“ Schröder:

“Künftig kann der Disponent in der Rettungsleitstelle Waldshut diesen Helikopter anfordern, wenn die anderen Hubschrauber in Villingen-Schwenningen, Ulm oder Freiburg nicht verfügbar sind.“
Karte des Standorts in Birrfeld (CH), auf deutscher Seite sind Waldshut, Freiburg/Brsg. (Chr. 54) und Villingen-Schwenningen (Chr. 11)  sichtbar

Karte des Standorts in Birrfeld (CH), auf deutscher Seite sind Waldshut, Freiburg/Brsg. (Chr. 54) und Villingen-Schwenningen (Chr. 11) sichtbar

Foto: Openstreetmaps-Mitwirkende, unter Freier Lizenz

Die AAA ist ein gemeinsames Unternehmen des Touring Clubs Schweiz (TCS) und der Lions Air Group AG. Daher operiert die AAA ihren Helikopter unter dem Rufnamen “Lions 1“. Sie betreibt zwei Maschinen für diesen Zweck. Bei seinen Einsätzen flog “Lions 1“ auch 2013 in einigen Fällen bereits deutsche Ziele an. Das sorgte allerdings, ebenso wie seine Einsatzbereitschaft in der Schweiz, für teils heftigen Unmut. Kritiker warfen dem Betreiber vor, ihr Luftrettungsmittel an bestehenden Strukturen und Regeln vorbei etablieren zu wollen. TCS hatte dies mehrfach zurückgewiesen. Widerstand gegen TCS hatte vor allem die schweizerische REGA geleistet, die bis dahin in der eidgenössischen Luftrettung ein Quasi-Monopol genossen hatte. Auf baden-württembergischer Seite stellt die meisten Rettungshubschrauber der südbadischen Region die DRF Luftrettung.

Von der Option, den Schweizer AAA-Helikopter auch nachts in Baden-Württemberg einzusetzen (vgl. unser Nachrichten-Archiv), war in Bezug auf die neue Vereinbarung hinsichtlich des Landkreises Waldshut nichts zu erfahren.

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
PPR
Quelle(n):
BZ, siehe Weblinks

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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