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Landsberg: Widerstand gegen Abzug der SAR-Hubschrauber

13.10.2016

Landsberg/Lech (BAY) ::  Gegen die geplante Verlegung des SAR-Kommandos vom Fliegerhorst Penzing ins baden-württembergische Niederstetten regt sich Widerstand. Kurz nach Bekanntwerden der Abzugspläne im August wurden in Bayern Stimmen laut, die eine Überprüfung der Pläne des Bundesministeriums der Verteidigung fordern.

Nach Ansicht des bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten und nach eigenen Angaben passionierten Bergsteigers Florian von Brunn reiße die Auflösung des SAR-Kommandos Landsberg mit den beiden SAR-Hubschraubern “SAR Landsberg 56“ und “SAR Landsberg 58“ eine Lücke in die Bergrettung. Beim “SAR Landsberg 58“ handelt es sich um die wertvolle “Gebirgsmaschine“, eine gewichtsreduzierte Maschine mit Minimalausrüstung, die insbesondere für Bergrettungseinsätze zur Verfügung steht. Die Anflugzeit würde sich deutlich verlängern. Da die Bundeswehr-Helikopter vom Typ Bell UH-1D, im Gegensatz zu vielen zivilen Hubschraubern, nachtflugfähig sind und rund um die Uhr starten können, hat von Brunn gemeinsam mit dem SPD-Kollegen Dr. Paul Wengert, zugleich Vizepräsident des Bayerischen Roten Kreuzes, am 5. September eine offizielle parlamentarische Anfrage an die Staatsregierung gerichtet. Beide wollen wissen, was diese zu tun gedenkt, um den Ausfall zu kompensieren. Die konkreten Fragen, die die Bayerische Staatsregierung noch nicht beantwortet hat, können im Kontextbereich dieser News nachgelesen werden. Zudem wolle der bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel beim Bundesministerium der Verteidigung vorstellig werden.

Die Archivaufnahme aus dem September 2015 zeigt eine Bell UH-1D des Deutschen Heeres in SAR-Konfiguration beim Landeanflug am St. Elisabeth-Krankenhaus Wittlich

Die Archivaufnahme aus dem September 2015 zeigt eine Bell UH-1D des Deutschen Heeres in SAR-Konfiguration beim Landeanflug am St. Elisabeth-Krankenhaus Wittlich
Foto: Tobias Klein

Auch die Bergwacht Bayern bedauert den Abzug der SAR-Hubschrauber. Dort will man allerdings nicht von entstehenden “Lücken“, sondern nur von “Verschiebungen“ sprechen. Man müsse von lieb gewonnenen Gewohnheiten Abschied nehmen. Sichergestellt werden könne die luftgebundene Bergrettung zukünftig durch die Zusammenarbeit und Abstimmung aller beteiligten Hubschrauberbetreiber in Bayern im Fachbeirat Gebirgsluftrettung, zu deren Mitgliedern auch die Bundeswehr zähle, heißt es vonseiten der Bergwacht.

Für eine Kehrtwende dürfte es allerdings zu spät sein. Die Ängste der Verantwortlichen sind indes nicht gänzlich unbegründet, da am Standort des Transporthubschrauberregiments 30 in Niederstetten künftig nur noch ein (statt bislang zwei) SAR-Hubschrauber einsatzbereit zur Verfügung stehen wird. Und die Anflugzeit ins Gebirge wird sich von derzeit 15 Minuten auf rund eine Stunde verlängern. Und bis auf die Polizeihubschrauber des Freistaates und des Bundes ist im alpennahen Raum derzeit kein Rettungs- oder Intensivtransporthubschrauber rund um die Uhr einsatzbereit. Hier dürfte es durch den Abzug des SAR-Kommandos allerdings zu Veränderungen kommen.

 

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Autor(en)
Jörn Fries