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Neuer Standort für Kemptner Luftretter

01.02.2016

Kempten (BAY) ::  Im andauernden Streit um einen endgültigen Standort für den Kemptner Rettungshubschrauber Christoph 17 ist nun eine weitere, wichtige Entscheidung gefallen. Der Duracher Gemeinderat hatte sich Mitte Januar mit 13 zu 4 Stimmen für den „Standort 2“ beim dortigen Friedhof, etwa einhundert Meter vom jetzigen provisorischen Hangar ausgesprochen – dennoch aber unter „Vorbehalt“.

Start eines Zivilschutzhubschraubers am Duracher Flugplatz bei Kempten

Start eines Zivilschutzhubschraubers am Duracher Flugplatz bei Kempten

Foto: Kai Münzenmayer

So möchte zum Beispiel die Gemeinde ein Mitspracherecht haben, was die genaue Positionierung des Hangars, sowie deren Gestaltung des Baus anbelangt. Außerdem soll der Lärmschutz für die anliegenden Gemeinden besser optimiert werden. Des Weitern möchten die Gemeinderäte eine Änderung der Betriebserlaubnis, die etwa ein Startverbot für andere Helikopter, so wie eine Verlängerung der Mittagspause, beinhalten solle.

Geht es um den Willen der Räte, soll zukünftig am neuen Hangar kein weiter Hubschrauber die Station anfliegen dürfen

Geht es um den Willen der Räte, soll zukünftig am neuen Hangar kein weiter Hubschrauber die Station anfliegen dürfen

Foto: Kai Münzenmayer

Hintergrund: der ehemalige Hangar am Oberallgäu-Klinikum Kempten musste im Jahr 2012 aufgrund eines Neubaus weichen. Pläne, den Hubschrauber damals aufs Dach der Klinik zu setzten wurden schnell wieder verwogen. Deswegen wurde Christoph 17 seinerzeit „vorübergehend“ in der Kemptener Nachbargemeinde Durach, am dortigen Flugplatz auf einem Landeplatz, Zelt und Containern für die Crew (810.000 Euro Baukosten) stationiert. Eigentlich sollte dort der Standort nur provisorisch sein, bis der Platz in Ursulasried gebaut ist. Ein extra erstelltes Gutachten vom Rettungszweckverband, hatte aber auch Durach für dauerhaft geeignet erklärt.

Im letzten Jahr musste die Besatzung des Rettungshubschraubers 1.562 Mal am derzeitigen Interimsstandort in Durach starten, um Leben zu retten.

rth.info wird Sie über die weiteren Geschehnisse im Allgäu selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

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Autor(en)
Kai Münzenmayer

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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